Tag 51

135 km von Armentieres über Lille und Valenciennes nach Hirson

Bis 17:55 Uhr war meine Welt schwer in Ordnung. Ich kurbelte recht munter durch die Landschaft und fand es einfach schön. Nicht zu heiß, leichter Wind, sehr gute Straßen und in den Städten immer prima Radwege, wenig Verkehr. Selbst in Lille war es total entspannt auf dem Rad und ich konnte meine Blicke schweifen lassen. So feine Backwaren und das Baguette schmeckt nirgends so gut wie eben in Frankreich. Auch das Angebot an frischem Obst ist überragend und von allerbester Güte. Frankreich ist da schon besonders, was feines Essen anbelangt. Nur verstehen tu ich halt leider gar nix. Mein Wortschaft begrenzt sich auf „Mercie & Pardon“ und auf „bonne journée & Au revoir“.
Die Franzosen sind mega freundlich zu mir und es klappt prima beim Einkaufen und kurzem gestenreichen Smalltalk. Aber das war es dann auch.
So kurbelte ich also durch die leicht wellige Landschaft ohne groß Spektakuläres zu erleben und war mit mir und der Welt ganz zufrieden,
bis eben 17:55 Uhr.
Was dann passierte ist allen ja eh klar. Speiche Nr. 11 ist gebrochen und das Hinterrad blöderweise völlig unrund, sodass der Reifen am Schutzblech schleift. Ich hab vergeblich versucht das zu reparieren und Samstagabend ist natürlich kein Radladen mehr geöffnet, wo Hilfe zu haben wäre.
Hab die Felge jetzt so hingekriegt, dass das Rad nicht mehr schleift und hab es bis Hirson (mein geplantes Tagesziel) geschafft.
Diesmal bedurfte es zwei Frustdosenbiere und immer noch bin ich unschlüssig, was ich tun werde morgen. Sitze bei einem Cappuccino bei Mc Donald wegen des Wi-Fi’s und versuche die Lage zu checken. Ich brauche ein neues Hinterrad, alles andere macht einfach keinen Sinn. Ich ärgere mich auch über mich selber, da ich dies eigentlich schon in London gedacht hab und dort hätte ich Zeit und Angebot gehabt. Naja, hinterher ist man halt oft schlauer. Letztlich ist es ja auch nur ein Hinterrad, es gibt wahrlich weitreichendere Probleme als dies.
Klar, es ist echt nervig und nimmt viel zu viel Raum ein auf dieser Reise, aber ich hab weiß Gott keinen Grund mich zu beklagen. Ich muß nur eine Entscheidung treffen, wie es morgen weitergehen soll und schlaf nun am besten mal drüber, wenn ich jetzt dann einen Zeltplatz irgendwo hier gefunden habe.

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